Kommunalwahlen 2014   arrow

 

Ergebnis Kommunalwahl

Ergebnis der Kommunalwahl 2014

Wahlergebnis Ortsbeirete

Wahl der Ortsbeiräte 2014

MAZ vom 27. Mai 2014

Nuthetal staunt über die Shooting Stars

Neue Bürgertruppe auf Anhieb zweitstärkste Kraft
Nuthetal – In Nuthetal hat ein Shooting Star die lokalpolitische Bühne betreten. Die Wählergruppe Bürger für Nuthetal (BFN), die sich erst im Januar dieses Jahres gründete, ist auf Anhieb zweitstärkste Kraft in der Kommune geworden. Mit einem Wähleranteil von 19,2 Prozent lassen die Neulinge die großen Parteien SPD (18,5 Prozent) und CDU (16,5 Prozent) hinter sich und erobern vier Sitze im Gemeindeparlament. “ Wir sind selbst überrascht“ , sagte Elvira Schmidt, Mitinitiatorin der neuen Bürgerbewegung, und fügte hinzu: „Es ist ein großer Vertrauensvorschuss. Da müssen wir uns am Riemen reißen, denn Vertrauen verpflichtet. “

Stärkste Kraft in Nuthetal bleibt die Linke, die auf einen Stimmenanteil von 27,8 Prozent kommt und mit fünf Leuten in die Gemeindevertretung einzieht. Im Vergleich zur Kommunalwahl 2008 verliert die Linke leicht um 4,9 Prozent, allerdings hatte die Partei vor sechs Jahren auch ein besonders starkes Ergebnis eingefahren. Den ersten Platz hat die Linke erneut vor allem dem Stimmengewicht der Rehbrücker Ortsvorsteherin Annerose Harnisch-Fischer zu verdanken, die allein 1496 der 3370 Stimmen für die Linke holt. Die Bündnisgrünen verlieren im Vergleich zu 2008 fast sechs Prozent und kommen nur noch auf 6,8 Prozent Stimmenanteil. Vor sechs Jahren hatten sie freilich noch die Unabhängige Bürgerinitiative an ihrer Seite. Die Gruppe Bürger Ortsteile Nuthetal (BON), in der Kandidaten der Dörfer vereint sind, legte leicht zu auf 7,8 Prozent. jst

MAZ vom 04. Juni 2014

Die Newcomer aus Nuthetal
Neue Wählergruppe gewinnt 20 Prozent der Stimmen

Nuthetal. Sie haben sich erst im Januar gegründet, hatten den mickrigsten Wahlstand und nichts zu verschenken – keine Kugelschreiber, keine Luftballons oder Feuerzeuge. Wie eine neue Bürgerbewegung in Nuthetal (Potsdam-Mittelmark) die lokalpolitsche Bühne erobert.
Jetzt sind sie zweitstärkste Kraft in Nuthetal, gewannen auf Anhieb fast 20 Prozent der Stimmen und ließen die großen Parteien SPD und CDU hinter sich. Die Akteure der neuen Wählergruppe Bürger für Nuthetal (BFN), von denen hier die Rede ist, sind die Senkrechtstarter der Kommunalwahl. Der plötzliche Erfolg hat sie selbst überrascht.
Warum aber ist diese Bürgertruppe so erfolgreich, die sich programmatisch kaum von den anderen abgrenzte und bei der ersten Vorstellung des Wahlprogramms im März offen bekannte, dass Nuthetal nicht schlecht regiert werde und man sich dort eigentlich ganz wohl fühle? Manchmal sind die Antworten einfach. „Ich glaube, das sind bekannte Leute, die sich im Ort seit langer Zeit engagieren. Wenn man dann noch sympathisch ist, wird man gewählt“, sagt SPD-Frontfrau Monika Zeeb.

„Ehrenwerte Bürger“
Nuthetals Grünen-Chef Dirk Hebenstreit spricht von bekannten, im Ort fest verwurzelten, sehr ehrenwerten Bürgern, die da für die BFN antraten und die aus seiner Sicht bei dieser Kommunalwahl einen Riesenvorteil hatten: Sie sind unbelastet von den Konflikten und Schlachten der Vergangenheit gewesen. „Viele Wähler wollten mal was anderes“, sagt Hebenstreit ohne Groll über die Mitbewerber, deren Erfolg die bündisgrüne Wählerschaft in Nuthetal fast um die Hälfte schrumpfen ließ.
Die BFN – das sind zum Beispiel Leute wie Wilfried Jahnke, dem Nuthetals Linkenchef Werner Wienert „schon eine Tendenz zum Helden“ bescheinigt. Jahnke ist Leiter jenes Bautrupps, der sich „Rentnerbrigade“ nennt und maßgeblich an der Rettung der Alten Schule in Bergholz beteiligt war. Viele Stimmen für die BFN holte auch Ute Lorenz, Sprecherin des Unternehmernetzwerkes. Die zupackende Geschäftsfrau hat einen Feinkostladen, in dem sich die Leute auch gern treffen, um Kaffee zu trinken und zu schwatzen. Für die BFN ins Gemeindeparlament ziehen auch Matthias Falk, der in Rehbrücke eine Dachdeckerfirma führt, und Elvira Schmidt, Chefin des Vereins, der sich um Nuthetals Mehrgenerationenhaus kümmert.
Die Lokalpolitik soll nicht allein den Parteien überlassen werden
Jahnke sieht noch einen zweiten Grund für den Erfolg: „Bei uns stand drüber: parteienunabhängig.“ Die Lokalpolitik soll nicht allein den Parteien überlassen werden, die aus seiner Sicht auch auf lokaler Ebene nicht immer ideologiefrei agieren. Linken-Chef Wienert hält es indes für ein Klischee, dass sich die Leute in Nuthetal von den Parteien abgewendet hätten: „Wenn das unsympathische Leute wären bei der BFN, dann hätten die Menschen sie nicht gewählt.“ Und: „Es tritt auf kommunaler Ebene keiner an, um reine CDU-, SPD- oder Linken-Politik zu machen. Warum soll es beim Straßenbau linke oder rechte Lösungen geben oder beim Problem mit der Hundekacke?“, so Wienert. Bürgermeisterin Ute Hustig (Linke) hält die neue Kraft für eine Bereicherung, die gut in die politische Kultur Nuthetals passt. „Die Bürger wollen nicht, dass man sich ständig die Köpfe einhaut. Die Probleme sollen sachorientiert gelöst werden.“ Man müsse bei aller Auseinandersetzung auch Freude dabei haben, „es ist schließlich unsere Lebenszeit“, so Hustig.
Vielleicht ist es ja ein Erfolgsrezept der BFN, dass sie eine sehr lebensbejahende Bürgerbewegung ist, der man abnimmt, dass sie hart in der Sache streiten will, aber ohne Polemik. Der Wählerwunsch nach dem sachlichen Ringen um die besten Lösungen bescherte in manchen Kommunen auch etablierten Bürgerinitiativen Einbußen und neuen Bewegungen Erfolg. Beispielsweise in Beelitz der Wählergruppe „Gemeinsam für Beelitz“ oder in der Gemeinde Seddiner See der neuen Kraft „Pro Dorv“, in denen die Freunde eines sympathischen Projekts vereint sind ‒ des „Dorv-Zentrums“ mit seinem Bürgerladen.

Wahldaten und die neuen Bürgerbewegungen
• Kommunalwahlen sind vor allem Personenwahlen, was auch die Verteilung der Stimmen in Nuthetal zeigt: Insgesamt traten in der Gemeinde 67 Kandidaten zur Wahl der Gemeindevertretung an.
• Die neue Wählerinitiative Bürger für Nuthetal (BFN) kam gleich mit drei Bewerbern unter die Top sechs – mit Ute Lorenz (533 Stimmen), Matthias Falk (462) und Wilfried Jahnke (429).
• Auf Platz eins landete wieder Rehbrückes Ortsvorsteherin Annerose Hamisch-Fischer (Linke; 1496 Stimmen), auf Rang zwei SPD-Fraktionschefin Monika Zeeb (950), drittplatzierter ist der langjährige CDU-Fraktionschef Volker Traberth (561) geworden.
• Auch in anderen Kommunen haben neue Bürgerbewegungen auf Anhieb bemerkenswerte Erfolge errungen und teilweise auch etablierten Wählerinitiativen Stimmen abgeknöpft
• In Beelitz etwa kam die neue Kraft „Gemeinsam für Beelitz“ auf 12,3 Prozent der Stimmen, in der Gemeinde Seddiner See schafften die Newcomer von der Wählergruppe „Pro Dorv“ sofort 11,3 Prozent.
Von Jens Steglich

 

PNN vom 27. Mai 2014

Die Superwahl kostete Nerven

Ergebnisse der Region Teltow

… Neue Gesichter in Nuthetal

In Nuthetal erringt die neu gebildete Gruppierung „Bürger für Nuthetal“ 19,2 Prozent und damit vier der 18 Sitze. Sie hatte sich aus dem neuen Bergholzer Mehrgenerationenhaus herausgebildet. Stärkste Kraft bleiben die Linken mit 27,1 Prozent, die nun noch mit fünf statt vor her sechs Sitzen ihrer Bürgermeistern Ute Hustig zur Seite stehen. SPD um CDU kommen mit 18,5 und 16,5 Prozent auf je drei Sitze, die Grünen nur noch auf einen. Auch die Ortsteile sind mit den „BON“ mit einem Sitz vertreten. Die Feuerwehr kann mit 3,3 Prozent ebenfalls einen Kandidaten in die Gemeindevertretung schicken. tor/hk